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Text- und Beratungsagentur Katja Hinzberg - Fachwirtin Direktmarketing (DDV)

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Geschichten aus dem Leben eines Direktmarketing Profis

Im Nähkästchen finden Sie - regelmäßig aktualisiert - kleine Geschichten aus dem Alltag einer Marketing-Frau. Sollte ab und zu die spitze Feder mit mir durchgehen - sehen Sie es mir nach und stecken Sie es in die Schublade "Unterhaltung mit Schmunzel- und Lerneffekt".

Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist

Vor einigen Tagen erhielt ich einen Anruf mit folgendem Inhalt: "Ich habe 1,5 Mio E-Mail-Adressen gekauft und möchte diese nun bewerben, um neue Kunden für meinen Online-Shop zu gewinnen. Erste E-Mails, die ich verschickt habe, hatten kaum Erfolg. Jetzt habe ich soviel Geld in die Adressen gesteckt, da muss doch auch mal was bei heraus kommen. Können Sie mir ein E-Mailing texten, das erfolgreicher ist? Das darf aber nicht zuviel kosten, weil ich nach der Investition in die Adressen nicht mehr viel Geld für's Marketing investieren kann."

"Lieber Kunde, gern texte ich Ihnen ein E-Mailing. Ich denke jedoch, Ihr Problem liegt ganz woanders, nämlich bei Ihren Adressen. Sie haben keinerlei Selektions-Kriterien und dementsprechend einen sehr hohen Streuverlust. Mit Mails, die für den Empfänger überhaupt nicht interessant sind, verprellen Sie auf Dauer Ihr eigenes Potenzial, und machen es werbe-muffelig.

Und bedenken Sie bitte Folgendes: Unaufgefordert verschickte Werbe-E-Mails bewegen sich juristisch in einer Grauzone. Es kann passieren, dass Sie durch einen Empfänger oder gar einen Abmahnverein abgemahnt werden, und das kann teuer werden. Können Sie bei Ihren Adressen sicher sein, dass der Empfänger mit der Speicherung und Weitergabe seiner Adresse einverstanden war und dass er Werbung von Ihnen bekommen möchte?

Der Text, den ich Ihnen machen würde, müsste sehr pauschal formuliert sein, weil wir nichts über die Zielgruppe wissen. Es gibt mittlerweile sehr gute Adressanbieter, die Ihnen z.B. E-Mail-Adressen von Menschen bestimmten Alters, mit bestimmten Interessen und Postkauf-Affinität vermieten könnten. Und mit dem Stichwort "mieten" sind wir beim nächsten Problem: Nichts ist so schnell-lebig wie eine E-Mail-Adresse. Sie können davon ausgehen, dass mindestens 30 Prozent Ihrer gekauften Adressen nach einem Jahr wertlos sind."

Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen. Die einzige Strickleiter, die meinem Kunden bleibt, ist folgende: Das Risiko der Abmahnung auf sich nehmen, eine repräsentative Menge aus seinem Bestand anmailen und den Response genau analysieren. Aus dieser Analyse die Selektionskriterien für die nächste Aktion gewinnen, die Zielgruppe besser einkreisen und in den sauren Apfel beissen, in das Angebot eines seriösen Adressanbieters zu investieren.

Machen Sie es schlauer: Fragen Sie jemanden, der Ahnung davon hat, bevor Sie auch nur einen müden Cent ausgeben.

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